Historie

Ein kurzer geschichtlicher Rundgang durch Kitzscher

Ein kurzer geschichtlicher Rundgang durch Kitzscher

Die Entstehungsgeschichte von Kitzscher begann im 6. und 7. Jahrhundert als Sorben in unser Gebiet kamen und sich ansiedelten. Aus dieser Zeit stammt auch der Name, der sich aus dem Altsorbischen ableitet. Kycer altsorbisch Kyka „Stock, Stumpf“ ein Rodungsname oder Kycera „Siedlung bei einer bewaldeten Erhöhung“.

Im 11./12. Jahrhundert siedelten sich deutsche Bauern an. In der Stiftungsurkunde des Frauenklosters in Grimma wird als Zeuge in der Stiftungsurkunde von 1251 Guntherus de Kiczschere genannt. Dies ist die Ersterwähnung des Ortes.

Über Jahrhunderte prägten bäuerliche Gehöfte und das Rittergut das Ortsbild. Zahlreiche Kriege und die Pest brachten viel Leid über die Einwohner.

Nach Aussterben des Adelsgeschlechtes derer von Kitzscher im Jahre 1676 wechselte das Rittergut oft seine Besitzer. Letzter Besitzer war Curt von Arnim. Nach der Bodenreform 1945 erfolgte ab 1949 der Abriss des Schlosses.

Das älteste Bauwerk ist die auf den heiligen Nikolaus geweihte Kirche, deren Ursprünge bis auf die Zeit um 1200 zurückreichen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde sie 1685 umgebaut und erweitert. Von 1787–1797 war der Theologe und Pädagoge Gustav Friedrich Dinter Pfarrer in Kitzscher.

Mit der Entwicklung des Braunkohlebergbaus veränderte sich der Charakter des Ortes. In den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts entsteht nach Entwürfen des Leipziger Architekten Professor Schiemichen eine Bergmannsiedlung. Sie ist die größte noch erhaltene Siedlung der bergmännischen Industrialisierung in Sachsen.

Mit dem Bau der Kraftwerke Thierbach und Lippendorf entstand ein neues Wohngebiet im Norden des Ortes, und die Zahl der Einwohner stieg. Am 05.Oktober 1974 folgte das Stadtrecht.

Nach der Wiedervereinigung im Jahre 1990 werden große Teile der Braunkohleindustrie stillgelegt. Wieder verändert die Stadt ihr Erscheinungsbild. Viele Menschen verlieren ihre Arbeit und verlassen Kitzscher. Es beginnt eine Zeit der Investitionen in die Infrastruktur.

1994 wird das Rathaus im ehemaligen Schulgebäude eingeweiht. Im Stadtzentrum entsteht im Jahre 2000 mit der Marktplatzbebauung ein neuer Mittelpunkt. Die Feuerwehr erhält ein neues Domizil.

2001 feiert Kitzscher seine 750– jährige Ersterwähnung. Ein Höhepunkt war der historische Festumzug mit Beteiligung großer Teile der Bevölkerung. Das Heimatmuseum wurde eröffnet.

Mit der Rekultivierung der ehemaligen Tagebaue vollzieht sich ein Landschaftswandel. Mit dem Bau der A72 erhält das Industrie- und Gewerbegebiet „Goldener Born“ eine höhere Attraktivität.

Die günstige Lage im Speckgürtel von Leipzig und das Vorhandensein einer guten Infrastruktur im Ort, ermutigt viele junge Familien im Nordwesten des Ortes am „Eichholz“ ihr eigenes Zuhause zu bauen. Ein Baustein für eine Entwicklung mit Zukunft.