Urbarmachung des Grundstückes begann im Februar
Revitalisierung des Schlosses einschließlich der Nebengebäude und des Schlossparkes soll einzigartiges Kulturdenkmal erlebbar machen und einer nachhaltigen Nutzung zuführen
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Ende Februar rollte der Bagger an, lautes Motorsägen-Geräusch war weithin zu hören. Neugierige Nachbarn pilgerten zu Hauf zum ehemals prunkvollen Einlassportal am Schloss in Thierbach. Ausschließlich freudig begrüßten die Zaungäste den Beginn der Arbeiten zur Revitalisierung des Schlosses, des Schlossparkes und der umstehenden Nebengelasse der einstigen herrschaftlichen Residenz.
Nachdem glückliche Fügungen den Architekten Dipl.-Ing. Marco Stelzel und Bürgermeister Maik Schramm zusammengebracht hatten und der Investor und neue Eigentümer Rocco Schramm mit der Brockhaus Schlossresidenz GmbH & Co. KG ins Boot und für das Projekt gewonnen werden konnte, ist das Großprojekt der umfänglichen Revitalisierung gestartet. Nachdem das Objekt und seine umliegenden, zum Grundstück gehörenden Gebäude ausführlich geprüft wurden, ist festzustellen, dass lediglich das Außenmauerwerk des ehemaligen Adelssitzes erhalten werden kann. Die seitlichen Wohngebäude, welche ebenfalls für eine hochwertige Sanierung vorgesehen sind, befinden sich in einem geringfügig besseren Zustand. Andere Nebengelasse wie Garagen oder ähnliches sind dem Verfall anheimgefallen und können nur noch abgerissen werden. Park, Wege und Zaunanlage wurden der Natur überlassen und von dieser zurückerobert.
Was wird getan?
Aktuell wurde das Grundstück um das Schlossgebäude erstmal urbar und befahrbar gemacht. Im Anschluss werden die Außenmauern des Hauptgebäudes statisch gesichert und der komplette Schutt des innen zusammengebrochenen Hauses beräumt. Nach dem Haus in Haus-Prinzip wird im Inneren eine neue Gebäudestruktur, immer in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz errichtet. Damit kann ein modernes Wohngebäude entstehen, welches mit einer dem Denkmalschutz im Einklang stehenden Bauweise einhergeht. Dies wird insbesondere die Gebäudeöffnungen wie Fenster und Türen betreffen. Mit den aktuell entsprechenden Dämmvorschriften und der Einhaltung der historischen Fassadenansicht soll damit eine Symbiose aus Historie und Moderne geschaffen werden. Technische Anlagen inklusive eines Aufzuges für Barrierefreiheit im Haus werden modernsten Anforderungen entsprechen.
Nicht nur dem Schloss und den seitlichen Wohngebäuden selbst sollen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen zuteilwerden. Ehemalige Nebengelasse, Kfz – Unterstellräume, Pferdeställe und Lagerstätten, welche zum Teil komplett eingestürzt sind, werden abgerissen und entsprechend den Grundsätzen der Charta von Venedig nicht wieder in den alten, untergegangenen Grundrissen aufgebaut. Hier werden neue, eigenständige, zeitgemäße Gebäude für u.a. Wohnungen entstehen, welche sich in das denkmalsgeschützte Ensemble einfügen. Bleiben noch der Park und die Außenanlagen. Der sich völlig selbst überlassene Bereich mit der noch in Teilen vorhandenen originalen Zaunanlage wird unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten instandgesetzt und saniert. Vorhandene Substanz soll erhalten, die gesamte Anlage in seine ursprüngliche Schönheit zurückversetzt und originalgetreu wiederhergestellt werden.
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Schloss Thierbach – die Vision
1889 wurde das Ensemble erbaut. Es ist eines der jüngsten Schlösser Sachsens und über ein Jahrhundert prägendes Wahrzeichen des Dorfes und der gesamten Region. Die Bewohner Thierbachs, die Stadt, die gesamte Region erhofft sich mit der behutsamen Sanierung dieses einzigartigen Kulturdenkmales eine Stärkung der identitätsstiftenden Funktion und Wahrung regionaler Geschichte. Unkenrufen soll entgegengehalten werden, dass wir jetzt trotz steter Bemühungen in den vergangenen Jahrzehnten erstmals mit dem Architekten Herrn Dipl. Ing. Marco Stelzel und dem Investor Rocco Schramm, welcher nicht mit dem Bürgermeister Maik Schramm verwandt ist, verlässliche Partner an unserer Seite wissen, welche bereits mit der Modernisierung und Wohnbarmachung der alten Pelzfabrik in Taucha ihre Qualität und Verlässlichkeit nachgewiesen haben. „Das Projekt ist für Kitzscher ein absoluter Glücksfall.“, konstatiert Bürgermeister Schramm in den letzten Wochen nicht nur einmal.
Schumann
Öffentlichkeitsarbeit
Stadt Kitzscher