Einwohnerversammlung 2026

Das Podium bei der diesjährigen Einwohnerversammlung war mit Kämmerin und Bauamtsleiterin Simone Schubert, Bürgermeister Maik Schramm und Haupt-, Ordnungs- und Sozialamtsleiter Marco Baaske (v.l.) besetzt.

Bürgerfragen, Projekte und Ausblick

Am 08. Oktober 2026 fand im Festsaal des Rathauses die Einwohnerversammlung der Stadt Kitzscher statt. Bürgermeister Maik Schramm begrüßte gemeinsam mit der Leiterin der Kämmerei und des Bauamtes, Simone Schubert, sowie dem Leiter des Haupt-, Ordnungs- und Sozialamtes, Marco Baaske, die anwesenden Bürgerinnen und Bürger. Insgesamt acht Einwohnerinnen und Einwohner nutzten die Gelegenheit zum direkten Austausch mit der Stadtverwaltung.

Ohne lange Vorrede eröffnete Bürgermeister Schramm die Veranstaltung mit der Frage: „Was interessiert Sie, was wollen Sie wissen?“ Die erste Wortmeldung aus dem Publikum lautete passend dazu: „Was gibt es Neues? Berichten Sie gern über das aktuelle Geschehen in der Stadt.“ In der anschließenden Gesprächsrunde informierte Bürgermeister Maik Schramm mit seinen Amtsleitungen über zahlreiche aktuelle Vorhaben und Herausforderungen. Ein Thema war das immer wieder diskutierte Verbot privater Feuerwerke. Dabei wurde erläutert, dass die eigentliche Schwierigkeit weniger in möglichen Regelungen als vielmehr in deren Kontrolle liegt. Die Überwachung entsprechender Verbote obliegt der Ortspolizeibehörde und der Polizei, die wie allgemein bekannt mit personellen Engpässen zu kämpfen hat.

Positiv entwickelte sich hingegen das neue Wohnbaugebiet. Bürgermeister Schramm berichtete, dass alle Grundstücke des ersten Bauabschnittes bereits verkauft sind. Auch der zweite Bauabschnitt stößt auf großes Interesse. Die Erschließungsarbeiten sollen voraussichtlich im Mai beziehungsweise Juni 2027 abgeschlossen werden. Der Verkauf der Grundstücke läuft bereits.

Breiten Raum nahm die Sanierung der Oberschule ein. Das seit 2021 laufende Großprojekt wird schrittweise umgesetzt. Aktuell wird das dritte von vier Geschossen saniert. Anschließend stehen noch Arbeiten im Kellergeschoss sowie die Sanierung des letzten Geschosses an. Die Kosten belaufen sich auf rund 850.000 Euro je Etage. Bürgermeister Schramm betonte, dass die Finanzierung jedes einzelnen Bauabschnittes immer wieder neu gesichert werden müsse. Die Zusammenarbeit mit der Schulleitung und den Lehrkräften verlaufe dabei sehr konstruktiv. Nach aktueller Planung wird die Gesamtmaßnahme etwa zehn Jahre in Anspruch nehmen.

Auch das Industrie- und Gewerbezentrum „Goldener Born“ war Gegenstand der Diskussion. Ziel der Stadt bleibt es, Unternehmen anzusiedeln und weitere Arbeitsplätze zu schaffen. Trotz bislang begrenzter Erfolge wird die Verwaltung die Bemühungen zur Vermarktung des Standortes fortsetzen. Zum Thema Radweg erklärte Bürgermeister Schramm, dass die Stadt weiterhin intensiv an einer Lösung arbeite. Die derzeitigen Aussichten seien jedoch schwierig.

Ein besonderes Anliegen war dem Bürgermeister die Würdigung der Arbeit der Stadtverwaltung. Er sprach den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank aus und hob hervor, dass viele Projekte und Initiativen aus der Verwaltung selbst heraus entwickelt werden. Für eine Stadt mit rund 5.200 Einwohnerinnen und Einwohnern seien die Vielzahl und der Umfang der laufenden Vorhaben beachtlich.

Mit Blick auf das Jahr 2028 laufen bereits erste Vorbereitungen für das 777-jährige Stadtjubiläum. Geplant sind zahlreiche Veranstaltungen und Aktivitäten. Bürgermeister Schramm rief auf, sich mit Ideen und Engagement einzubringen. Unterstützung aus der Bevölkerung werde für die erfolgreiche Gestaltung des Jubiläumsjahres ausdrücklich benötigt.

Aus dem Publikum wurde außerdem die Zukunft der Parkteiche angesprochen. Herr Baaske erläuterte, dass verschiedene Szenarien geprüft werden. Die anhaltende Trockenheit und die fehlenden Wassermengen stellen die Stadt vor große Herausforderungen. Um den Fischbestand zu erhalten, musste zeitweise über mehrere Tage Wasser in einen Teich gepumpt werden. Dies könne jedoch keine dauerhafte Lösung sein.

Weiterhin informierte die Verwaltung über die geplante Kindertagesstätte mit Mehrfachnutzung. Für das Vorhaben wurden Fördermittel aus dem Strukturwandelprogramm der Kohleregion beantragt.

Weitere Fragen der Bürgerinnen und Bürger beschäftigten sich mit der zukünftigen Nutzung des bisherigen Edeka-Marktes nach Eröffnung des neuen Standortes, der Erreichbarkeit des Bereiches Betreutes Wohnen, möglichen Änderungen der Verkehrsführung, der weiteren Einzäunung von Spielplätzen, der Sauberkeit im Stadtgebiet sowie der Kategorisierung von Hunden.

Zum Abschluss wurde über zukünftige Freizeitangebote im Stadtgebiet und die damit verbundene Weiterentwicklung des Johannes-Oberscheven-Sportparks diskutiert. Darüber hinaus interessierte die Anwesenden, aus welchen Regionen die neuen Bewohnerinnen und Bewohner der Wohngebiete nach Kitzscher ziehen werden.

Auch wenn die Beteiligung überschaubar blieb, bot die Einwohnerversammlung eine gute Gelegenheit für den direkten Dialog zwischen Bürgerschaft, Bürgermeister und Verwaltung. Die Vielzahl der angesprochenen Themen zeigte, wie groß das Interesse an der Entwicklung der Stadt Kitzscher ist und dass viele Bürgerinnen und Bürger die Zukunft ihrer Heimat aktiv mitgestalten möchten.

Schumann
Öffentlichkeitsarbeit