Wie nach Regen und Schlamm die Gemeinschaft das Dorf- und Kinderfest in Dittmannsdorf/Braußwig rettete
Manchmal beginnen die größten Herausforderungen schon lange vor dem ersten Festgast. So war es auch beim diesjährigen Dorf- und Kinderfest in Dittmannsdorf/Braußwig. Bereits im Laufe der Woche vor dem Fest musste auf dem Platz am Rittergut eine alte Weide gefällt werden. Der Baum hatte sein Lebensalter deutlich überschritten und stellte ein Sicherheitsrisiko dar. Damit verschwand gleichzeitig auch eine improvisierte, aber bewährte Halterung für die Strom- und Versorgungsleitungen des Bierwagens. Dank des Bauhofes konnte auch diese Hürde gemeistert werden. Am Freitag, 21. August 2026 lief zunächst alles nach Plan. Zahlreiche Helferinnen und Helfer packten mit an, bauten Zelte, Stände und Spielstationen auf. Bis zum Abend war das Festgelände nahezu komplett vorbereitet. Die Vorfreude auf das Jubiläumsfest zum 40. Dorf- und Kinderfest war groß.
Doch der Samstagmorgen hatte andere Pläne. Innerhalb kürzester Zeit verwandelte sich der Festplatz nach heftigen Regenfällen in eine Wasserlandschaft. Wo wenige Stunden später Kinder spielen und Familien feiern sollten, standen plötzlich große Pfützen. Bei den Organisatoren lief das Kopfkino auf Hochtouren: Kann das Fest überhaupt stattfinden? Wie bekommen wir das Gelände sicher? Müssen wir absagen? Zum Glück zeigte sich einmal mehr, was eine funktionierende Dorfgemeinschaft ausmacht. Das Wasser versickerte zwar recht schnell, doch der Boden blieb stark aufgeweicht. Kurzerhand sprang Torsten Thomä von der Reculta GmbH ein. Nach einem Anruf war Hilfe unterwegs. Ein ganzer Kipper voller Holzhackschnitzel wurde angeliefert und sogar gesponsert. Wenige Stunden später war aus dem matschigen Untergrund ein einladender Festplatz geworden, der sogar noch für eine besonders gemütliche Atmosphäre sorgte.
Wer nun dachte, die Nervenprobe sei beendet, der irrte. Kurz vor dem offiziellen Start öffnete der Himmel erneut seine Schleusen. Ein weiterer Starkregenguss prasselte auf den Festplatz nieder. Doch die Dittmannsdorfer und Braußwiger ließen sich nicht entmutigen. Nach diesem letzten Wetterkapriol war es geschafft. Die Wolken verzogen sich, weitere Wetterunbilden waren in jeglichen Apps nicht in Sicht, das Fest konnte beginnen.
Schnell füllte sich das Gelände mit Leben. Der Angelverein Kitzscher, die Zwiebelschützen aus Borna, die Kegler der Ortsteile, der Bogenschützenparcours von Elles Erlebnispark aus Störmthal sowie das beliebte Hufeisenwerfen der Familien Morenz und Raabe sorgten für jede Menge Abwechslung. Wer sich zwischen den Aktionen stärken wollte, hatte die Qual der Wahl: Kuchenbuffet, Roster, Steaks und Bouletten fanden reißenden Absatz. Die Grillmeister der Villa Braußewind konnten am Abend vermelden: Ausverkauft!
Für die jüngsten Gäste sorgte Clown Fridolin am Nachmittag für strahlende Gesichter und jede Menge Gelächter. Großen Andrang gab es außerdem beim Dorfkegeln. Besonders erfreulich war dabei die starke Beteiligung der Jugend. Bei der Siegerehrung warteten attraktive Preise, darunter Eintrittskarten für den Zoo Leipzig, das RIFF Bad Lausick und Belantis. Selbst diejenigen, die es nicht auf das Siegertreppchen schafften, gingen nicht mit leeren Händen nach Hause und erhielten einen Eisgutschein vom Eiscafé Döge.
Währenddessen richtete sich die Band „Leiseschrei" aus Frohburg für ihren Auftritt auf der Bühne ein. Bis 23:00 Uhr sorgten die Musiker mit einem abwechslungsreichen Mix aus Rock- und Popklassikern für beste Stimmung. Danach übernahm DJ Axel das Kommando. Mit Musik, Moderation und guter Laune hielt er die Tanzfläche bis weit nach Mitternacht gefüllt.
Viel Schlaf blieb den Helfern allerdings nicht. Bereits am frühen Sonntagmorgen wurde das Gelände wieder hergerichtet. Gemeinsam mit der Kirchgemeinde bereiteten die Mitglieder des Organisationsteams einen Festgottesdienst vor. Begleitet vom Posaunenchor hielt Pfarrer Lehmann eine Andacht für die Schulanfänger.
Anschließend zog der Duft aus der Gulaschkanone über den Festplatz. Linsen und Bauerntopf fanden ebenso viele begeisterte Abnehmer wie tags zuvor die Grillspezialitäten. Beim zünftigen Frühschoppen mit den Lauterbacher Dorfmusikanten wurde noch einmal gemeinsam gefeiert, gelacht und auf ein gelungenes Wochenende angestoßen. Gegen 15:00 Uhr klang das Fest schließlich gemütlich aus.
Was bleibt, sind viele schöne Erinnerungen, einige matschige Schuhe und die Gewissheit, dass selbst Regenmassen eine Dorfgemeinschaft nicht aufhalten können. Das Jubiläum zum 40. Dorf- und Kinderfest hat einmal mehr gezeigt: Ein Dorffest ist keine One-Man-Show. Es lebt von den vielen Menschen, die Kuchen backen, Stände betreuen, Sponsoren gewinnen, aufbauen, abbauen und einfach mit anpacken.
Dafür gilt allen Helferinnen und Helfern, Sponsoren, Vereinen, Unterstützern und Gästen ein herzliches Dankeschön.
Und weil nach dem Fest bekanntlich vor dem Fest ist, steht der nächste Termin bereits: Am 28. August 2027 soll in Dittmannsdorf/Braußwig wieder gemeinsam gefeiert werden. Hoffentlich mit etwas weniger Regen, aber ganz sicher mit genauso viel Herz.
Schumann
Öffentlichkeitsarbeit