Sankt Joseph Borna

Geschichte

Die Christen der katholischen Gemeinde Sankt Joseph Borna, südlich von Leipzig, können auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblicken. Ende des 19. Jahrhunderts fanden die ersten katholischen Gottesdienste nach der Reformation in Borna statt. Die neue Entstehung der katholischen Gemeinde in und um Borna, in einem Kerngebiet der Reformation, hat viel mit dem Zuzug von Katholiken aus anderen Regionen zu tun und ist ebenso eng mit der Stadtentwicklung von Borna und seiner Umgebung verknüpft. Unter ihnen waren vor allem Offiziere, Soldaten und Angehörige des seit Ende 1849 in Borna stationierten 3. Königlich Sächsischen Karabinier-Regiments sowie Arbeitskräfte aus Bayern, Schlesien und Polen, die im Kohletagebau und in der Landwirtschaft ihren Lebensunterhalt verdienten.

Diese Christen katholischen Glaubens in den Städten und Dörfern um Borna wurden anfangs von der Propsteipfarrei Sankt Trinitatis in Leipzig seelsorgerisch betreut, bevor für sie am 1. August 1918 ein eigenes Seelsorgeamt, das erste zwischen den Großstädten Leipzig und Chemnitz, mit einem Priester vor Ort errichtet wurde. Bis zum Abzug der sowjetischen Streitkräfte Anfang der 1990er Jahre blieb Borna ein Militärstandort. Interessanterweise war das heutige Kirchengebäude ein ehemaliges Offizierskasino, das Mitte 1919, nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, durch die Gemeinde gekauft, umgebaut und am 5. Oktober desselben Jahres geweiht wurde. Die Kirche ist ein repräsentativer Klinkerbau mit Sandsteinelementen und im Stil der Neorenaissance errichtet. Ihr Patronat wurde, und für die Arbeiterstadt Borna nicht unpassend, dem Hl. Joseph von Nazareth gewidmet. Die Bornaer Gemeinde feierte am 12./13. Oktober 2019 ihr 100-jähriges Kirchweihjubiläum.

Ein eigener Kirchenbau in Borna hat sich in all den Jahrzehnten, trotz etlicher Versuche, nie verwirklichen lassen. Jedoch gelang es von 1954 bis 1956 eine Kirche im Nachbarort Deutzen zu bauen und sie dem Patronat des Hl. Konrad von Parzham zu weihen.

Gemeinde

Die Gemeinde Sankt Joseph, zu der heute mehr als 1.000 Gemeindemitglieder zählen, ist durch ein vielfältiges Engagement geprägt. Ein besonderer Höhepunkt eines jeden Jahres in der Kinder- und Jugendarbeit ist beispielsweise die einwöchige RKW, die auch von konfessionslosen Kindern gern besucht wird. Besonders erfreulich war für die Kinder in diesem Jahr, dass ein neuer Spielplatz im Pfarrgarten eingeweiht werden konnte.

Die Seniorenarbeit wird allein ehrenamtlich und auf einem sehr hohen Niveau mit inhaltlichen Angeboten organisiert und dementsprechend stark frequentiert. Stolz ist die Gemeinde auch auf die Frauenschola, die aufgrund ihres Gesangs den Gottesdiensten regelmäßig eine ganz besondere Feierlichkeit verleiht. Aktuell engagiert sich ein Förderverein für die Kirche Sankt Konrad in Deutzen, um diese in ein ökumenisches Umweltzentrum umzuwandeln. Gerade in einem agnostischen Umfeld ist es wichtig, den Glauben anzubieten. Und das kann in unserer Zeit gut auf der Grundlage von Themen geschehen, die sich mit der Thematik zur Bewahrung der Schöpfung verbinden.