Kirche zu Dittmannsdorf

Kirchenbau und Kircheninneres

Die Kirche liegt im Zentrum des Dorfes, umschlossen vom Friedhof. Schon in ihrem äußeren Bild ist sie der Kirche in Kitzscher durchaus ähnlich. In einem Beitrag von 1901 in der „Sächsischen Kirchengalerie“ wird sogar die Vermutung geäußert, es könnte derselbe Baumeister gewesen sein. Allerdings gibt es dafür keinen Beleg.

Über das Aussehen der ursprünglichen Kirche kann keine Aussage gemacht werden. Die Kirche in ihrer heutigen Form ist im 17. Jahrhundert entstanden. Von etwa 1670 an soll der achteckige mit Schiefer gedeckte Turm bzw. der Dachreiter mit einem mäßig gewölbten Haubendach stammen. In dieser Zeit entstanden die Korbborgenfenster zu beiden Seiten des Schiffes. Bei einer Renovierung wurden die Originalfenster erneuert. Den Eingang flankieren kleine Ovalfenster, ein Wulstprofil aus Porphyr umrahmt die Tür. Die gesamte Innenarchitektur in ihrer einheitlichen Gestaltung stammt ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert überrascht wird man beim Eintritt ins Kircheninnere von einer geradezu strahlenden Helligkeit. Der Blick wird sofort zum Chorraum gelenkt. Durch die drei hohen Spitzbogenfenster gelangt noch zusätzlich Licht hinein. Den ganz schlichten, aufsatzlosen Altar überspannt ein beeindruckendes Netzgewölbe. In den flachen Gewölbebögen links und rechts des Altars stehen nach alten Vorbildern neu gearbeitete Bänke.

Renovierungen 1972 und 2006

Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten erfolgte 1972 die Wiederweihe der Dittmannsdorfer Kirche. Im Jahre 1983 erhielt die Kirche offiziell den Denkmalstatus. Eine weitere Erneuerung des Kirchenraumes mit der den Auflagen des Denkmalschutzes entsprechenden weißen Ausmalung, konnte 2006 durch den Einsatz vieler Gemeindemitglieder und mit Unterstützung freiwilliger Helfer des Dorfes vollbracht werden.

Logen

Zu beiden Seiten des Chorraumes sind die Patronatslogen erhalten. Die Glasfenster sind erst im Jahre 1962 auf Anregung des damaligen Pfarrers Werner Groß eingeführt worden, um die Räume für die Gemeinde nutzbar zu machen. Die südliche Loge ist über das Kircheninnere bzw. die Sakristei zu erreichen. Im Jahr 1963 wurde sie als Gemeinderaum eingerichtet und erhielt den Namen „Dinter- Zimmer“. Mit dieser Bezeichnung an den aus Borna stammenden engagierten Pfarrer und Pädagogen Gustav Friedrich Dinter bewahrt. Rittergutsbesitzer, Lehns- und Gerichtsherr wie auch Kirchpatron auf Kitzscher und Dittmannsdorf war zu dieser Zeit Benedict Christoph Freiherr von Niebecker. Die nördliche Loge – sie war einst die Herrschaftsloge der auf Kitzscher ansässigen und auch für Dittmannsdorf zuständigen Rittergutsbesitzer – kann man heute nur noch über einen separaten Außenaufgang betreten. Sie enthält als eine echte Sehenswürdigkeit einen Kachelofen von 1675.

Kanzel

Die Kanzel der Dittmannsdorfer Kirche ist durch wenige Stufen erhöht, aus Stein und ohne Schalldecke gearbeitet. Einst stand im Altarraum ein Kanzelaltar, der wegen seines schlechten Zustandes im Jahre 1959 abgetragen wurde.

Taufe

Die hölzerne Taufe erinnert in ihrer Form an eine polygonale, leicht geschwungene Säule. Im Rahmen einer denkmalpflegerischen Untersuchung konnte die ursprüngliche Farbgebung einer barocken Bauernmalerei festgestellt werden.

Truhe

Eine mächtige eisenbeschlagene Truhe befindet sich im Altarbereich. Sie ist in einem recht guten Zustand erhalten; ihr Alter sowie Herkunft sind unbekannt.

Orgel von Urban Kreutzbach

Auf der Orgelempore steht das Erstlingswerk der Bornaer Orgelmeisters Urban Kreutzbach von 1828. In einer kleinen Ausstellung auf den Emporen sind das von Kreutzbach unterzeichnete Dokument „Anschlag und Disposition zu einem neu zu erbauenden Orgelwerke mit einem Manuel und zehn klingenden Stimmen in die Kirche Dittmannsdorf“ aus dem Jahre 1827, die Zeichnung der Orgel und das Abnahmeprodukoll von Kantor Müller in Kopie zu besichtigen. Im Vergleich zu seinen späteren Instrumenten ist diese Orgel relativ klein. Sie hat ein Manuel mit zehn klingenden Stimmen und erhielt schon bald nach ihrer Erbauung viel Lob.

Skulpturen

Die Kirche besitzt zwei sehenswerte Holz-Skulpturen. Vorn links unter der Orgelempore ist eine Figur mit dem Habitus eines Bischofs angebracht. Die Entstehungszeit wird auf etwa 1520 geschätzt. Ebenfalls auf der Südseite, etwa in Höhe der Taufe, ist eine Darstellung der Anna Selbdritt, der Maria und des Jesuskindes von ca.1510 zu bewundern.

Glocken

Zwei Glocken läuten heute im Turm der Dittmannsdorfer Kirche. Eine davon ist eine Bronzeglocke von 1795 aus der Werkstatt der Gebrüder Ulrich in Kaucha. In ihr sind – noch immer gut lesbar – neben den Namen des Gerichtsdirektors, des Schulmeisters und der Kirchväter aus jener Zeit auch die des Bornaer Superintendanten Friedrich August Unger, des Kirchenpatrons und Rittergutsbesitzer Benedict Christoph Freiherr von Niebecker und des Pastors Gustav Friedrich Dinter eingegossen. Die zweite ist eine schlichte Hartguss-Eisenglocke mit einem Kreuzzeichen. Sie wurde 1964 mit einer weiteren Hartguss-Eisenglocke aus der Kirche des devastierten Dorfes Trauchenau übernommen. Diese dritte Glocke wird heute nur noch für das Schlagwerk der Kirchturmuhr genutzt.

Gemeindeleben

Großer Beliebtheit erfreut sich alljährlich das weihnachtliche Krippenspiel, dargeboten von Kindern der Kirchgemeinden Kitzscher und Steinbach. Ein großer Stall, zur Verfügung gestellt vom ortansässigen Landwirt und Gemeindemitglied Hendrik-Jan Westert, bietet das passende Ambiente, um die zahlreichen Zuschauer die Weihnachtsbotschaft hören, sehen und erleben zu lassen.

Schule

Eine eigene Schule hatte Dittmannsdorf zunächst nicht. Bis 1875 mussten die Dittmannsdorfer Kinder die Kitzscheraner Schule besuchen. Dann entstand auch hier ein Kirchschulhaus. Es stand ganz in der Nähe der Kirche. Heute existiert dieses Gebäude nicht mehr.

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